Immobilienfotografie: So bereiten Sie Ihre Immobilie optimal vor
- Julian Mattinson
- 18. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit

Der Fototermin steht fest, der Kalender ist geblockt und die Kamera geladen. Jetzt fehlt eigentlich nur noch eins: eine Immobilie, die bereit ist, fotografiert zu werden. Klingt selbstverständlich, ist es aber in der Praxis erstaunlich selten. Dabei entscheidet die Vorbereitung maßgeblich darüber, wie gut Bilder am Ende wirken, ganz unabhängig davon, wie professionell fotografiert wird.
Der wichtigste Schritt ist dabei weniger technisch als menschlich: Aufräumen.
Immobilienfotografie lebt von Ruhe, Struktur und Klarheit. Alles, was im Alltag völlig normal ist, wird auf Fotos plötzlich sehr präsent. Viele Schuhe im Flur, Ladekabel auf dem Sideboard oder die berühmte Jacke über dem Stuhl „die man gleich nochmal anzieht“ ziehen im Bild mehr Aufmerksamkeit auf sich als gedacht. Weniger ist hier eindeutig mehr.
Ein Klassiker ist das Thema Küche. In der Realität darf sie natürlich genutzt aussehen, auf Fotos hingegen wirkt sie am besten, wenn die Arbeitsflächen möglichst frei sind, die Beleuchtung der Abzugshaube funktioniert und kein Putzlappen über dem Wasserhahn hängt.
Gleiches gilt für Badezimmer. Handtücher ordentlich gefaltet, Pflegeprodukte reduziert, Zahnbürsten weg und der Klodeckel geschlossen. Keine große Sache, aber mit enormer Wirkung auf das Gesamtbild.
Auch Möbel spielen eine Rolle. Oft stehen sie nicht falsch, sondern einfach zu präsent im Raum. Kleine Anpassungen, wie ein gerade-gerückter Stuhl oder ein leicht versetztes Sofa, können Räume offener wirken lassen. Niemand muss hier Innenarchitekt werden. Manchmal reicht schon ein kurzer Blick mit der Frage: „Fühlt sich der Raum gerade weit oder voll an?“
Licht ist ein weiterer, oft unterschätzter Faktor. Rollläden hoch und Vorhänge auf. Die Immobilie darf ruhig zeigen, was sie kann. Vor dem Fototermin lohnt es sich auch, alle Lampen zu überprüfen und defekte Leuchtmittel auszutauschen. Tageslicht ist ideal, aber zusätzliches, künstliches Licht sorgt für Stimmung und Ausgleich.
Persönliche Gegenstände sind ein sensibles Thema. Familienfotos, sehr individuelle Deko oder private Dokumente gehören für den Fototermin eher in eine Schublade. Das Ziel ist nicht, Persönlichkeit zu entfernen, sondern Platz für die Vorstellungskraft potenzieller Interessenten zu schaffen. Je neutraler ein Raum wirkt, desto leichter können sich andere darin sehen.
Im Außenbereich gilt Ähnliches wie innen: Ein kurzer Rundgang reicht oft aus. Gartenmöbel gerade rücken, Blätter zusammenkehren, Mülltonnen aus dem Blickfeld schieben. Es geht nicht um Perfektion, sondern um einen gepflegten ersten Eindruck.
Ein besonderes Augenmerk lohnt sich bei Immobilien, die für die Kurzzeitvermietung genutzt werden, etwa als Ferienwohnung oder Airbnb. Hier entscheiden oft Kleinigkeiten über Sympathie und Buchung. Sauber ausgerichtete Kissen, ein ordentlich gefaltetes Handtuch oder ein dezentes Deko-Element können auf Fotos genau das Gefühl vermitteln, das Gäste suchen: Ankommen und wohlfühlen.
Gleichzeitig gilt auch hier, es nicht zu übertreiben. Zu viele Details wirken schnell unruhig und lenken vom Raum ab. Was für Kurzzeitvermietungen gilt, funktioniert übrigens auch bei klassischen Vermietungen und Verkaufsobjekten: Ein gepflegter, einladender Eindruck entsteht durch Ordnung, Licht und wenige gezielte Akzente, nicht durch Dekoration auf jeder freien Fläche.
Am Ende ist die Vorbereitung einer Immobilie kein Hexenwerk. Sie ist Teamarbeit zwischen Eigentümer, Makler und Fotograf. Je besser ein Objekt vorbereitet ist, desto ruhiger, klarer und hochwertiger wirken die Bilder. Und genau das sorgt dafür, dass Interessenten nicht nur schauen, sondern hängen bleiben.
Kurz gesagt: Gute Immobilienfotografie beginnt nicht mit der Kamera, sondern mit einem kurzen Blick durch die Räume.



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